Integration

23.08.2011 von Andrew Katumba

für alle statt für wenige

Die SP Schweiz stellte vor 5 Monaten unter dem Slogan «für alle statt für wenige» ihre Wahlkampagne für die kommenden Parlamentswahlen im Herbst vor. Wir möchten diesen Slogan aufgreifen und fordern Integration für alle statt für wenige.

Die heutigen Integrationsmassnahmen und Konzepte zeugen immer noch von einer paternalistischen und schulmeisterischen Grundhaltung all jenen Ausländerinnen und Ausländer gegenüber, die nicht mit einer dicken Brieftasche in die Schweiz eingewandert sind.

Von «Fördern und Fordern» ist die Rede vom Erlernen hiesiger Gebräuche und Sitten und von Vereinbarung, bei dessen Nichteinhaltung allfällige Konsequenzen drohen. Man wird den Eindruck nicht los, als ob die zugewanderten Menschen schnellstmöglich und möglichst ohne Nebengeräsuche zur wirtschaftlichen Wohlfahrt unseres Landes beitragen sollten - oder kurz - zur Steigerung unseres Bruttoinlandproduktes (BIP). Dabei drückt man sie durch Sprach- und Integrationskurse und verkennt dabei, dass die Integration ein gegenseitiger Prozess ist. Der Begriff Integration wird im Volksmund nachwievor mit der Assimilation, sprich; mit der vollständigen Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft gleichgesetzt. Von welcher Mehrheitsgesellschaft ist im übrigen die Rede, wenn z.B. bereits die Hälfte der Stadtzürcher Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweist?

Daher fordern die Second@sPlus die Integration für alle statt für wenige. Für US-Expats ebenso wie für den Walliser Weinbauer; für die Deutsche Marketingexpertin ebenso wie für die Thurgauer Lehrerin. Denn die Unterschiede sind von Kanton zu Kanton verschieden. Wir räumen ein, dass die Sprachkompetenz entscheidend ist, um sich in einer Gemeinschaft einzugliedern. Dennoch sind wir überzeugt, dass durch einen aktiven und klassenübergreifenden Dialog, respektive Diskurs, die gegenseitige Integration in einer transkulturellen Gesellschaft (Wolfgang Welsch) am effizientesten ist. 

Wir plädieren dafür, dass zugewanderte Menschen nicht nur am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben unserer Gesellschaft teilnehmen sollten, sondern sich auch aktiv am politischen Geschehen beteiligen sollten. Politikerinnen und Politiker mit Migrationshintergrund sind im Schweizer Parlamenten im Verhältnis zur Bevölkerung massiv untervertreten. Daher braucht es dringend mehr Second@s in Bern. Künftig soll nicht über uns, sondern mit uns politisert werden. Integrieren Sie uns in den Nationalrat!

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